Kirchenvorstand einigt sich auf Betreuungs-Lösung


Schon 2019 mussten die Kinder der Kita St. Sophia in Stockum ihre Sachen packen und umziehen. Mehrere Teile der Deckenkonstruktion sind damals heruntergefallen. Starke Wasserschäden zeichneten dafür verantwortlich. Mehrere Räume waren nicht mehr benutzbar.

Das Gebäude sollte eigentlich teilsaniert werden. Eigentlich, denn laut Pfarrdechant Jürgen Schäfer haben sich immer mehr Schäden an dem Gebäude herausgestellt. „Am 7. Januar wurde angefangen zu reinigen. Die Decke wurde runtergenommen. Man hat gemerkt, dass es auf der anderen Seite ganz dunkel und schimmelig war. Dann hat man das geöffnet. Das ganze Dach ist nass und kaputt“, sagt der Pfarrdechant.

Vorerst Lösung für die Kinder gefunden

Immerhin konnte die katholische Kita auf die Hilfe der evangelischen Gemeinde zählen. Die vier Kita-Gruppen sind seit 2019 im evangelischen Gemeindezentrum in Stockum untergebracht. Das sei aber nur eine Notlösung und auf Dauer für vier Gruppen nicht angemessen.

„Wir müssen in Absprache mit dem Gericht, den Versicherungen und dem Bistum eine Lösung finden“, sagt Schäfer. Eine Lösung für die Betreuung der Kinder scheint man gefunden zu haben. Zwei Gruppen sollen im evangelischen Gemeindezentrum bleiben, die übrigen zwei Gruppen sollen in eine Container-Konstruktion umziehen.

Am Donnerstag, 21. Januar, habe man sich im Kirchenvorstand auf diese Container-Lösung geeinigt. „Das war übrigens unsere erste virtuelle Sitzung. Was das für ein Akt war, das können Sie sich nicht vorstellen. Aber wir haben es geschafft“, führt Schäfer fort.

Das sind die nächsten Schritte

Für einen geeigneten Container habe man sich bereits entschieden. „Wir übernehmen einen, der schon vorher als Kindergarten genutzt wurde. Das ist ganz praktisch. Der Kindergarten soll in Stockum bleiben. Es kommt nicht in Frage, alles auseinander zu reißen. Die Gruppen sollen zusammenarbeiten“, erklärt der Pfarrdechant.

Man arbeite mit Hochdruck daran, einen geeigneten Standort für den Container zu finden. Dann müsse man noch einen Bauantrag bei der Stadt stellen. Eine Idee für den Standort sei der Parkplatz am evangelischen Gemeindezentrum. Aber die Stadt prüfe auch andere Standorte. Man wolle so schnell wie möglich eine Lösung finden.

So geht es mit der Kita-Baustelle weiter

„Als man gesehen hat, dass das Dach kaputt ist, wurde die Arbeit sofort eingestellt. Es ist ein großes Drama“, sagt Jürgen Schäfer. Jetzt sollen als erstes die Schäden aufgenommen werden. Das sei auch wegen der Corona-Pandemie ein sehr langwieriger Prozess.

„Wir dürfen nichts machen ohne Zustimmung vom Gericht und den Versicherungen. Wir befinden uns im Moment in einem Beweissicherungsverfahren“, so Schäfer. Wegen der „immensen Baufehler“ ist es zum Gerichtsverfahren gekommen. Man wolle nichts bezahlen, was man nicht selbst falsch gemacht habe.

Es müsse jetzt noch einmal ein großer Bereich untersucht werden. Laut Schäfer sei es schon öfter vorgekommen, dass Gutachter die Schäden nicht richtig dokumentiert hätten. Auch deshalb ziehe sich das ganze Verfahren.

Bistum gibt Zusage für Finanzierung

Wenn das Beweissicherungsverfahren abgeschlossen sei, könne man anfangen zu sanieren. Für die Finanzierung habe man bereits eine Zusage vom Bistum in Münster, erzählt Schäfer. „Wir gucken dann später, was wir von der Versicherung wiederbekommen.“

Im Kirchenvorstand habe man den Beschluss gefasst, einen Architekten für die Kostenermittlung zu beauftragen. Der soll dann auch einen Sanierungsvorschlag machen, den man dem Bistum vorlegen will. „Dann wissen wir, von welchen Summen wir hier überhaupt reden. Es hat jetzt diese Dimension angenommen. Eine Teilsanierung ist nicht mehr möglich“ erklärt Schäfer.





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