Versicherung als Frühstücksbuffet | Sicherheit


Etablierte Versicherer kämpfen mit ihrem Ruf, veralteten Prozessen, undurchsichtigen Produkten und einer enttäuschenden Kundenerfahrung. Bis heute hat die Branche kein modernes und mobiles Kundenerlebnis geliefert. Zwar arbeiten immer mehr Versicherer an der Option einer Online-Police oder einer App, doch mit einem halbherzigen Versuch, papierbasierte Produkte ein bisschen digitaler zu machen, ist es nicht getan.

Ein Anlass für sogenannte Neo-Versicherer aus dem Bereich Insurance Technology, kurz Insurtech, die Branche mithilfe von Technologie umzukrempeln. Konsequent digital, mit geringeren Kosten durch einen hohen Grad an automatisierten Prozessen – so das Versprechen.

Konkret heißt das: Kunden schließen die Police in wenigen Minuten online oder direkt auf dem Smartphone ab, ohne Maklertermine oder Papierdokumente. Anstelle langer Verbindlichkeiten treten flexible Mitgliedschaften oder Kurzzeittarife, die über eine App verwaltet werden. Schäden werden per Smartphone eingereicht und Kunden können den Bearbeitungsstand live mitverfolgen.

Zwischen Selbstbedienung und Rundum-Service

Verträge von unterwegs aus abschließen, ist das eine – digitale, datengetriebene und vorausschauende Lösungen das andere. Denn dank Digitalisierung können Versicherer die Bedürfnisse der Kunden aufgrund von Vorgeschichte oder Verhalten besser einschätzen und maßgeschneiderte Versicherungspakete schnüren. So wäre es denkbar, den Versicherungsschutz automatisch anzupassen, sobald sich das Leben des Kunden verändert. Die Vorstellung des „Frühstücksbuffets“, aus dem sich jeder aussuchen kann, was er möchte, wird eine für Versicherung realistisch. Und danach? In den kommenden Jahren werden sich Versicherungen weg von konkreten Produkten hin zu ganzheitlichen Schutzversprechen entwickeln. Anstelle separater Versicherungen wird es einen umfassenden Mobilitätsschutz geben.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 7-8/2021. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Perspektivisch werden Versicherer keine Schadensfälle regulieren, sondern Risiken vermeiden. Dem Internet der Dinge wird hierbei eine wichtige Rolle zukommen: Schon heute helfen Sensoren dabei, Unfälle oder Diebstahl zu reduzieren; Fitnessuhren animieren Menschen, sich gesund zu ernähren und Sport zu machen. Dieser Trend wird sich fortsetzen. Noch stehen wir am Anfang, aber technisch ist theoretisch vieles möglich. Und die technologische Revolution steht erst am Anfang. Die Neo-Versicherer stehen in den Startlöchern.

Bildquelle: Getsafe



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